|
Westernroman Revolverhelden aus Deadwood
von Michael Pöppl am 14. Dezember 2011
Für Westerfans, denen „Bonanza“ immer schon zu bürgerlich war: Pete Dexters Serienvorlage „Deadwood“ erscheint endlich auch als deutscher Roman.
Der schweigsame Beobachter Utter ist auch das Auge und Ohr des Erzählers, durch ihn erfahren wir alles. Er berichtet über Bills seltsame Krankheit, die ihn nicht mehr pissen lässt, über die kleinen Gauner und Gelegenheitskiller, die hoffen, durch ein Duell mit dem angeschlagenen Gun-Man selbst zu Ruhm zu gelangen, über Gold, Sex und Suff, die das rasant wachsende Städtchen beherrschen. Fern jeder Westernromantik, wie man sie aus Hollywoodfilmen oder Karl-May-Episoden kennt, erzählt Autor Pete Baxter gekonnt die knallharte ungeschminkte Realität und erweist dem altehrwürdigen Genre damit einen großen Dienst. Wild Bill Hickok und die anderen Figuren, wie der geschäftstüchtige Sheriff Seth Bullock, die durchgeknallte Calamity Jane oder der gierige Bordellbesitzer Al Swearengen, sind alle historisch belegt und waren wohl ebenso verkommen und abgerissen, wie Dexter sie beschreibt. Sein Originalbuch erschien bereits 1986 in den USA und war Drehbuchvorlage für die gleichnamige TV-Serie. Die endlich auf Deutsch erschienene Ausgabe war längst fällig und erfreut echte Westernfans, für die „Bonanza“ immer schon eine Spur zu bürgerlich war. Ein echter Kracher. Westernroman: Pete Dexter – „Deadwood“, übersetzt von J. Bürger, K. Bielfeldt, Liebeskind 2011, 448 Seiten, 22 Euro. Ähnliche Artikel Simone Felice, bisher als Schlagzeuger von The Felice Brothers und Frontmann von The Duke & The… Komiker Oliver Polak im Interview über Judenwitze,… „Whodunnit“-Thriller im Stephen-King-Format: In Sharon Boltons viertem Roman „Dunkle… Kurzweilige Langeweile: Nilz Bokelberg hat sich die letzte Nacht mit den Oscars um die Ohren… „And the Oscar goes to…“: Alle Oscar-Gewinner der 84.… |