|
James Freys Messias in New York Christus reloaded
von Michael Pöppl am 17. August 2012
Für die Christen war er schon hier, die Juden warten noch auf den Messias. Eklat-Autor James Frey stellt sich im neuen Roman schon mal ein mögliches Szenario für das – womöglich erneute – Eintreffen des Erlösers vor. ![]() Publizistischer Trickser, religiöser Provokateur - und einer der begabtesten Schrifsteller der USA: James Frey, Autor von zum Beispiel „Das letzte Testament der Heiligen Schrift“ Der Messias ist wieder da! Ben Avrohom heißt der Auserwählte und lebt unter den Armen und bei den Obdachlosen im heutigen New York. Wie sein Vorgänger im antiken Palästina sammelt Ben Jünger um sich und bewirkt erstaunliche Wunder. Doch sonst unterscheidet er sich krass von Jesus: Der New Yorker Messias zweifelt offen an der Bibel, hadert lautstark mit Gott und der Welt und um seine allumfassende Liebe zu zeigen, vögelt er gleichzeitig mit Frauen und Männern. Als Bens Wundertaten dann auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt werden, ist die Konfrontation unausweichlich. Den Dogmatikern aller religiösen Fraktionen, allen voran den fundamentalen Christen, passt Bens Erscheinen gar nicht in den Kram: Und so endet die bereits bekannte Geschichte, wie sie letztendlich muss. Auch für den neuen Messias scheint kein Platz auf dieser Welt zu sein. Der amerikanische Schriftsteller James Frey wurde 2003 mit seiner fiktiven Autobiografie „A Million Pieces“ bekannt, in der er von seiner frühen Karriere als kleiner Gangster, von Drogensucht und Knastaufenthalten erzählte. Sein Roman hatte zuvor keinen Verlag gefunden, erst als Frey sich als Ex-Gangster ausgab, boomte das Buch. Nach einem Auftritt bei Oprah Winfrey ging die Auflage noch mal hoch. Als die Sache aufflog, entschuldigte sich Frey zwar öffentlich für seinen publizistischen Trick, doch die TV-Moderatorin und die amerikanischen Literaturkritiker, die auf den „hoffnungsvollen Autodidakten“ hereingefallen waren, werden ihm wohl nie wirklich verzeihen.
Wenn James Frey mit seiner neuen Version der Bibel provozieren wollte, dann ist ihm das gelungen: Den Nerv der echten christlichen Fundamentalisten hat er auf jeden Fall getroffen. Nach der Veröffentlichung von „Das letzte Testament“ brach ein religiöser Shitstorm über ihn herein. John Niven lässt grüßen. James Frey – „Das letzte Testament der Heiligen Schrift“, übersetzt von Zoë Jenny, Julie Zeh, Gerd Haffmanns, Harry Rowohlt u.a., Haffmanns & Tolkemitt, Berlin 2012, 448 Seiten, 19,95 Euro Ähnliche Artikel Von ‘Rock am Ring’ oder dem ‘Hurricane Festival’ hat jeder schon mal gehört. Deswegen sind die… Cascada for last! Nilz Bokelberg erhofft sich für Deutschland eine pädagogisch wertvolle… Martin Freund begibt sich auf die Spuren von King Henry VIII. und seiner Vielweiberei. Mit dabei… Jared Leto macht wieder Musik. Ein neues Album mit seiner Band ’30 Seconds To Mars’ kommt… Die TITANIC Boygroup gibt nach 17 Jahren ihre bundesweite…
Schlagwörter
Andreas Bock
Architektur
ARD
Beetlebum
Berlin
Blu-ray
BMW
Bundesliga
DVD
EM 2012
Euro 2012
FC Bayern München
Fernsehen
Film
Frédéric Valin
Fußball
HipHop
Hollywood
Internet
Interview
Jan Joswig
Johannes Kretzschmar
Kino
Kolumne
Komödie
Konzept
Kritik
Literatur
Markus Lanz
Michael Fassbender
Motorrad
Musik
Nilz Bokelberg
Oscars
Pop
Rezension
Rock
Songwriter
Sport
Thomas Gottschalk
Thriller
Trailer
TV
Yamaha
ZDF
|